roy ayers im x-berger lido …..

…. very good vibes!

roy ayers

anfang der 90er schaffte  das projekt jazzmatazz um rapper guru das zerschnittene tischtuch zwischen jazz-fanatics und hip-hoppern mit heißer nadel zusammenzunähen. arbeitstitel `crossover´ sodann endgültig  ernstgenommen auch bei rollkragenpullis.  was hat das mit roy ayers zutun?

na, n doppelkonzert am 17. juli 09: gurus jazzmatazz im berliner astra kulturhaus (23 h) und vorweg im lido (20 h) mister roy ayers, vibraphon-messias plus ubiquity back-up-band. hab mich für nur letzteres entschieden, da lieber kuchen als krümel.

die doppelkombi indes war wohldurchdacht, denn bereits ayers öffnete sich  ebenfalls anderen genres und neben hip hop interessiert er sich brennend für funk oder dancefloorstyles. angetriggert als:

„ein event für headz und genießer“ machte es durst auf teilnahme – und da komm ich gerade her:

19:54 h, ein schwarzer vito fährt vor, heraus springen 4 typen mit schirmmützen und sonnenbrillen – ihre instrumenten-bags dabei.  sah aus wie ne studentenband auf dem weg zur probe. und dabei der fast 69-jährige roy, cool wie hundeschnauze.

kurzer aufbau, check, check, one-two …. two, check und los gings.

man kann das konzert eigentlich nur als ganzes betrachten. die einzelnen stücke interessierten kaum. wie in einem riesen-medley waren kaum pausen zwischen den tracks. jeder der musiker groooooovte äußerst souverän und locker. der drummer: ein tier, am bass: ein clown, der mann an den horns: virtuos und ausdauernd und an den keys ein schatten, pretentiös unangestrengt und im hintergrund agierend.

was soll man zu mr. acid-jazz-ayers noch groß sagen? verstrahlt wie ne natter, wie er die klöppel über die vibes hackte, mal verzerrt, mal clean und zwischendurch immermalwieder gesangs- und wortfetzen a la brown und parker: come on – ah; shucks; livin´in berlynn – that´s the place 2 b – ah, come on -ah! superdick das!

mit jeder minute stieg die temperatur im lido – am ende gefühlte 80° bei 0 sauerstoff und einer luftfeuchtigkeit von 100%.

richtig gut, wobei ich noch n paarmal drüber schlafen muss. denn irgendwie hab ich das gefühl, dass der genuss einer roy ayers-platte mir mehr gibt. vielleicht konzentriert man sich dann mehr auf die exquisit-abgestimmten kompositionen und erfreut sich am präzisen „arsch auf eimer“. sowas wie virgo vibes, virgo red, den coffy-s.t. oder mahagoni vibe wirkt als studio-version einfach anders. ich habe eben halt an einer offenen probe, an einer jamsession teilgenommen – mit dieser sicht schließt der heutige jazzabend im schwülen berlin. gern mal wieder und, obwohl ich erst nicht wusste „soll ich die kombi-karte mit jazzmatazz nehmen?“, das war vollkommen ausreichend so und kann so allein stehen bleiben. müde bin ich und zufrieden.

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