jamiroquai – rock dust light star tour 2011

schönes neues album. schön, dass jamiroquai gerade touren  – und neben den zeitgleichen konzerten von the kills und phillip boa eine gute wahl für einen funkygen freitagabend in berlin.

aber irgendwas war anders. anders als 1997 in köln, 2001 in dortmund und 2004 in düsseldorf. war es die location? waren es die nur 8000 menschen in der 02-world? oder die lausige und überteuerte merchandise-produktlinie auf dieser tour? …

… was war da los?

“hatte der feine herr kay keine lust oder gings ihm nicht sonderlich gut?”- so die flüchtigen kommentare aus den reihen auf dem weg zum ausgang. und tatsächlich – es wirkte an manchen stellen automatisiert, unbeseelt und lasch. `der mann mit dem hut´ galt doch stehts als der tänzer schlechthin, ein über den boden gleitender nerd mit schriller kopfbedeckung, einer begnadeten stimme und einer wahnsinnigen bühnenpräsenz. und wann zieht er denn den dämlichen anden-poncho aus und macht sich locker? klar, ich möchte keine marionette sehen oder für einen hampelmann fast 60 euro bezahlen, der sein programm ableiert, aber jason kay schien hier und heute vom performer und entertainer zum interpreten mutiert. dies alles kam schleichend. ein blick in den innenraum während der show, verriet: die leute wollen es, sie tanzen und singen mit. aber man dachte immer: “gleich gehts voll ab!”. dachte man so.

liegt es am alter, dass er nicht mehr so rumhüpft wie vor 10 jahren, obwohl die musik mit jedem album tanzbarer und danceflooriger wird, oder ist einfach nur der fokus anders gesetzt?  ja so wird es sein, denn bei allen abstrichen an der show heute abend:

musikalisch war das ganze richtig dick. perfekt arrangierte stücke mit präzisen beats, feisten bläsern, einem sehr fitten rob harris an der gitarre und einem treibenden paul turner am bass. schön auch die backgroundvocals. vielleicht sogar zu perfekt und konzentriert. aber wann zieht j denn den doofen poncho aus?

die show begann etwa um 21 uhr nach der vogruppe penguin prison, einer ganz netten band mit funk-reflexen. 8000 konzertgänger waren aber so gespannt auf das folgende, dass man die band schier hinnahm und einfach wegkonsumierte. ratzfatz-umbau – dann eröffnete jamiroquai mit rock dust light star. im anschluss main vein. “hallo berlin, danke schön” und weiter mit cosmic girl.

tänzerisch sehr verhalten, zebrahut und die frage wann er vom leder reisst, wann zieht er den ganzkörperrolli aus und tanzt und rockt gepflegt das haus? planetenattrappen über der bühne, roadtrips im background. im mittelteil dann das neue hurtin´ und mit little l, canned heat und deeper underground die höhepunkte des abends. space cowboy, love foolosophy, travelling without moving (mit einer serpentinen-fahrt im hintergrund bei der es einem fast hochkam), freudige klassiker mit drive, anders als gewohnt und kreativ dargeboten, aber: wann dreht jay denn jetzt endlich am rad und schwebt von links nach rechts in 7ts trainingsjacke? und dann dieser strickponcho! finaler track dann: alright. nach mittelstarkem verlangen der zuschauer dann die zugabe: white knuckle ride. eine einzige zugabe! abgang, dit war et!

rock? ja, rockte sehr!

dusk? ja, das tanzbein war ein wenig eingestaubt!

light? ja, die lichtshow war okay. animationen im hintergrund, 2 leinwände rechts und links der bühne und gute sicht darauf.

star? ja, die band ist ein star. jay hatte sogar ganz star-like etwas divenhaftes an sich. hut tief ins gesicht gezogen – reifer, fülliger  und nur ab und an mimik.

fazit: jamiroquai ist eine spitzenband. high fidelity – live wie im studio – und das wird so bleiben.

zu jason: das kannst du besser, ich habs mehrfach gesehen – nicht aber in berlin.

häufigste reaktion im publikum: “der hatte keinen bock!”

und: er zog den blöden poncho nicht aus.


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